Besonders nach dem Winterschlaf sind einige magere Igel unterwegs. Wenn noch andere gesundheitliche Probleme dazukommen, sind sie des Öfteren auch tagsüber unterwegs und fallen ihren Findern auf. Hier stellen wir Ihnen eine Auswahl unserer Patienten aus dem April 2026 vor.
Unsere Patienten im Mai
Bisher haben wir 140 Igel in diesem Jahr registriert. Die meisten davon wurden zur Behandlung aufgenommen.

Igel mit Schwellung
Aufgrund einer großen Schwellung im Hals- und Brustbereich ist dieser Igel seinen Findern aufgefallen. In Narkose hat unsere Tierärztin die Schwellung punktiert. Diese war mehrfach gekammert, weshalb sie mit unterschiedlichen Flüssigkeiten gefüllt war. Neben Wundwasser und Blut wurde auch Eiter aus der Schwellung entfernt.
Solche Umfangsvermehrungen können vielfältig sein: Tumore, Abszesse, Zysten, Gewebeschwellungen durch Verletzungen, Unfälle und mehr. Oft entstehen sie durch bakterielle Infektionen nach Verletzungen, etwa durch Bisse, Kratzer, eingetretene Fremdkörper oder entzündete Wunden. Auch kleine Verletzungen können sich unter der Haut stark entzünden und Eiteransammlungen bilden. Die Punktion bringt hier mehr Klarheit.
Wir haben den Igel zur Behandlung aufgenommen.
Igel mit Nasenausfluss
Dieses Igelmännchen wurde von seinen Findern wegen seiner auffälligen Atmung aufgenommen und nach Rücksprache in unsere Igelstation gebracht. Der magere Altigel litt unter einem eitrigen Nasenausfluss und starker Atemnot. Sein Bauch war durch die abgeschluckte Luft aufgedunsen. Sein hochgradiger Floh- und Zeckenbefall ist ein Merkmal für körperliche Schwäche. Zudem hat er hochgradig Zahnstein.
Wir haben ihn stabilisiert, eine Probe für das Labor genommen und ihn zur Behandlung aufgenommen.
Fliegeneier
Dieses junge Igelweibchen wurde mit schwerer Atemnot gefunden. Zudem ist es stark abgemagert und dehydriert. Die Atemprobleme wurden vermutlich durch eine Verletzung im Nasenbereich verursacht.
Besonders auffällig ist jedoch der massive Befall mit Fliegeneiern. Besonders in den wärmeren Monaten treten solche Fälle deutlich häufiger auf. Geschwächte oder verletzte Igel können sich oft nicht mehr ausreichend gegen Fliegen wehren. Diese nutzen das und legen ihre Eier im Fell, in Wunden oder – wie in diesem Fall – sogar im Maul des Tieres ab. Aufgrund ihrer körperlichen Schwäche gelingt es den Igeln anschließend auch nicht, die Eier selbst aus dem Fell zu entfernen.
Fliegeneier erkennt man an kleinen gelblich-weißen Päckchen, die am Körper des Igels haften. Sie müssen schnellstmöglich entfernt werden. Denn aus den Eiern schlüpfen Maden, die beginnen, sich in das Gewebe des Igels zu fressen.
Solche Tiere sind Notfälle und gehören sofort in professionelle Hände.
Gute Nachrichten!
Oft schaffen wir es nicht, Ihnen Updates zu unseren Patienten zu geben. Doch diesmal können wir Ihnen von der Genesung unserer Patientin berichten.
Dieses Igelweibchen wurde am 14. Januar gefunden. Das Jungtier war munter, jedoch dehydriert und abgemagert. Wir stellten Nässe und Hautveränderungen am Bauch und Hinterteil fest. Die Haut war entzündet, was oft mit einer Blasenentzündung zusammenhängt. Es war sehr schön zu sehen, dass sie schon kurz, nachdem sie ihre Box bezogen hatte, am Futternapf zu finden war.
Schnell besserte sich ihr Zustand deutlich. Bereits nach einer Woche war ihr Bauch trocken. Sie fraß gut und nahm gut zu. Im Februar konnte sie ihren Winterschlaf in der geschützten Überwinterung bei uns antreten. Nun ist sie im April wieder aufgewacht. Weil Igel im Winterschlaf bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts verlieren können (so auch dieses Igelweibchen), wird sie nun noch zugefüttert und hat bereits wieder zugenommen. Inzwischen konnte sie ausgewildert werden. Sowar sie rechtzeitig zur Paarungszeit wieder fit und munter in der Natur unterwegs.
Magerer Igel mit Milbenbefall
Dieses Igelmännchen wurde torkelnd und schwach im Garten gefunden. Obwohl er bei seinen Findern ordentlichen Appetit zeigte, nahmen sie zur Sicherheit Kontakt zu uns auf. In der Untersuchung stellten wir neben seiner Abmagerung und einer Austrocknung auch einen Milbenbefall fest. Da dieser meist einen Fell- und Stachelverlust verursacht, haben wir ihn zur Behandlung aufgenommen, damit er zur Paarungszeit hoffentlich wieder gesund und munter unterwegs sein kann.
Regungsloser Igel
Dieser Igel wurde in der Nordstadt Hannovers nahe der Herrenhäuser Gärten tagsüber regungslos aufgefunden. Er war gut genährt, doch auch in unserer Untersuchung reagierte er kaum. Zudem war er bereits unterkühlt. Wir haben ihn zur Behandlung aufgenommen und ihn vorsichtig aufgewärmt. Leider ist er in der folgenden Nacht verstorben. Eine genaue Ursache können wir nicht benennen. Möglich wäre aber ein Trauma, welches innere Verletzungen hervorgerufen hat.
Eine weitere Erfolgsgeschichte
Dieser Igel wurde am 27. Januar mit einer Schnittverletzung bei uns vorgestellt. Kurz vor dem Fund wurden im Wohnbereich der Finder Schnittmaßnahmen von der Stadt vorgenommen. Nachdem wir die Wunde zunächst gründlich gereinigt hatten, wurde sie zum Teil genäht, um einen kleineren Narbenbereich zu erhalten. Die Wunde verheilte gut. Und so ging der Patient in unserer Igelstation in den geschützten Winterschlaf und wurde nun gesund und munter wieder ausgewildert.
Dieser Igel hatte Glück. Viele Igel, die mit Schnittverletzungen bei uns ankommen, können wir leider nicht mehr retten. Viele Schnittverletzungen werden bei Garten- und Grünpflegearbeiten verursacht. Gegen die Gartenmaschinen haben Igel keine Chance.
Wenn es möglich ist, sollten zumindest private Gartenbesitzer auf den Einsatz von Maschinen verzichten und besser Hecken mit der klassischen Heckenschere und den Rasen mit dem Handrasenmäher schneiden. Hierbei kann man schnell reagieren, wenn man bei der Arbeit auf ein Nest oder ein Tier stößt.
Müssen Gartenmaschinen unbedingt im Einsatz sein, bitten wir euch um eine äußerst behutsame Vorgehensweise. Am besten sieht man vor Beginn der Arbeiten erst einmal nach, ob sich unter dichteren Gehölzbeständen ein Igel befindet.
Ihre Spende hilft!
Hilfsbedürftige Igel bekommen in unserem Igelzentrum fachkundige Hilfe, Pflege und eine Behandlung. All das ist nur dank Ihrer Spenden möglich. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen.




























