Sicherung und Transport eines Igels
Sie haben einen hilfsbedürftigen Igel gefunden, sind aber unsicher, wie Sie ihn richtig sichern und transportieren sollen? Hier sind unsere Tipps.
Braucht der Igel Hilfe?
Bitte vergewissern Sie sich genau, ob der Igel tatsächlich hilfebedürftig ist! Anhaltspunkte, die helfen, einen hilfsbedürftigen Igel zu erkennen, finden Sie hier:
Sichern des Igels
Um den Igel zu sichern oder zu klären, ob der Igel Hilfe benötigt, sollte der Igel zunächst am Weglaufen gehindert werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass er nicht mehr auffindbar ist.
Wichtig beim Aufnehmen des Igels ist der Eigenschutz, deshalb sollten feste Handschuhe getragen werden. Alternativ können auch ein Handtuch, eine Decke oder andere Stoffe wie Halstuch, Schal oder Mütze verwendet werden, um sich vor den Stacheln zu schützen.
Der Igel wird vorsichtig hochgehoben und in ein geeignetes Behältnis gesetzt. Als provisorische Unterbringung eignen sich ein hoher Karton, ein hoher Eimer oder eine Transportbox. Auch Taschen oder Rucksäcke können im Notfall genutzt werden – wichtig ist dabei, dass ausreichend Luftzufuhr gewährleistet ist und nichts luftdicht verschlossen wird. Kartondeckel können mit Luftlöchern versehen werden.
Sobald der Igel gesichert ist, sollte Kontakt zu einer Igelstation, einer Pflegestelle oder einem igelkundigen Tierarzt aufgenommen werden. Gemeinsam wird entschieden, ob das Tier tatsächlich hilfsbedürftig ist oder wieder freigelassen werden kann.
Verletzte, apathische oder offensichtlich kranke Tiere sollten umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden. Bei Igelsäuglingen ist zusätzlich darauf zu achten, ob sich das Muttertier oder Geschwister in der Nähe befinden.
Vorläufige Unterbringung des Igels
Wenn der Igel nicht sofort in die Station gebracht werden kann, benötigt er eine geeignete Unterbringung bis zum Transport.
Braucht ein Igel Hilfe, muss er unbedingt in eine warme Umgebung gebracht werden. Kalte Orte wie Keller oder Garage sind ungeeignet, da sie dem Tier nicht ausreichend Wärme bieten und es weiterhin Energie verliert.
Für eine kurzfristige Unterbringung eignet sich am besten eine Kleintier- oder Katzentransportbox aus Kunststoff. Alternativ kann auch ein stabiler Karton verwendet werden (Mindest-Grundfläche eines DIN A4 Blattes und ausreichend hoch). Grifföffnungen sollten geschlossen werden, damit der Igel darüber nicht entweichen kann. Steht keins von beidem zur Verfügung, kann in Ausnahmefällen auch ein Eimer genutzt werden. Allerdings
sind Eimer nicht ausbruchsicher und sollten daher nur unter Aufsicht verwendet werden.
Bei allen Varianten sollte der Boden mit mehreren Lagen Zeitungspapier ausgelegt werden und Zeitungsschnipsel als Versteck angeboten werden. Der Igel kann zusätzlich in ein Handtuch eingewickelt werden, sodass er warm und sicher untergebracht ist.
Ein Abdunkeln der Box reduziert den Stress für das Tier.
Es kann außerdem eine Wasserschale angeboten werden, diese muss aber vor dem Transport wieder entfernt werden.
Wärmeversorgung für Igel
Unterkühlte Igel sowie verwaiste Igelsäuglinge benötigen dringend Wärme. Eine Unterkühlung lässt sich daran erkennen, dass sich das Tier deutlich kälter anfühlt als die eigene Hand.
In diesem Fall sollte eine Wärmequelle bereitgestellt werden. Geeignet ist eine Wärmflasche, die mit handwarmem Wasser gefüllt wird (ca. 36–37 °C). Alternativ kann auch eine PET-Flasche verwendet werden.
Die Wärmequelle wird mit einem Handtuch umwickelt und mit in die Box gelegt. Wichtig ist, dass das Tier jederzeit die Möglichkeit hat, sich von der Wärmequelle wegzubewegen, um eine Überhitzung zu vermeiden.



Das Aufwärmen kann mehrere Stunden dauern. Da die Wärmequelle schnell auskühlt, sollte das Wasser regelmäßig erneuert werden, um eine gleichmäßige Wärmeversorgung sicherzustellen. Stark unterkühlte Tiere dürfen außerdem nicht zu schnell aufgewärmt werden.
Transport des Igels
Beim Transport ist darauf zu achten, dass der Igel sicher, ruhig und möglichst stressarm untergebracht ist. Das Transportbehältnis (z. B. Box oder Karton) muss so verschlossen sein, dass der Igel nicht entweichen kann, und gleichzeitig ausreichend belüftet sein.
Im Auto sollte die Transportbox gegen Verrutschen gesichert werden. Am besten wird sie auf dem Beifahrersitz mit dem Sicherheitsgurt fixiert. Alternativ kann sie im Fußraum vor dem Sitz stabil eingeklemmt werden. Wichtig ist, dass der Behälter fest steht und nicht kippen oder rutschen kann. Ist eine zweite Person im Auto, kann die Box auch auf dem Schoß halten.
Die Box sollte innen gut ausgepolstert sein, sodass der Igel nicht hin- und her rollt und sich verletzt. Ein Handtuch eignet sich dafür besonders gut.
Wichtig ist, während des Transportes keine Wasserschale in der Box zu belassen, da diese auslaufen kann und ein eventuell bereits unterkühltes Tier durch die Nässe weiter auskühlt oder bei starker Schwäche sogar im Wassernapf ertrinken kann.









