Aktuelle Fälle des Jahresanfangs 2026
Der Februar und März diesen Jahres waren noch ruhig. Dennoch haben wir bisher ca. 60 Igel allein diesem Jahr untersucht und die meisten von ihnen zur Behandlung aufgenommen. Hier stellen wir Ihnen ein paar der letzten Fälle vor.

Abgemagert und schwach
Dieses ältere Igelweibchen wurde stark abgemagert und mit wackligem Gang in einem Kleingarten aufgefunden. Nachdem sie zwei Tage in Pflege nicht zunahm und trüber Nasenausfluss auftrat, brachte die Finderin sie in unsere Igelstation. Neben ihrem schlechten Ernährungszustand stellten wir noch Austrocknung, borkige Ohren, Milbenbefall und Augenausfluss fest. Sie wurde zur Behandlung aufgenommen.
Da sie nicht nach der Aufnahme nicht besonders gut fraß, nahm sie leider nur langsam zu. Zudem litt sie weiterhin an Atemgeräuschen und trübem Nasenausfluss. Wir haben sie für eine Probenentnahme des Nasenausflusses für das Labor narkotisiert, um herauszufinden, welcher Erreger dafür verantwortlich ist. So können wir sie gezielter behandeln. Nach der Probenentnahme bekam sie abschwellende Nasentropfen, um ihr die Atmung zu erleichtern.
Milbenbefall
Dieses Igelweibchen wurde tagsüber im Garten liegend aufgefunden und zu uns gebracht. Neben der Abmagerung stellten wir eine Austrocknung fest. Außerdem war sie sehr schwach. Wir nahmen sie zur Behandlung auf. Am nächsten Tag wurde zudem ein leichter Milbenbefall festgestellt. Dieser kann manchmal erst mit etwas Verzögerung gesehen werden, da er durch den Aufenthalt im Warmen verstärkt wird. Das Igelweibchen frisst gut und hat bereits gut zugenommen.
Außerdem ist uns die wunderschöne dunkelbraune Färbung ihres Fells und ihrer Stacheln aufgefallen. Igel sind typischerweise braun, graubraun oder beigebraun gefärbt, wobei sie in ihrer Farbe etwas variieren.
Ohrentzündung nach dem Winterschlaf
Dieser Igel ist aus dem Winterschlaf aufgewacht und aufgefallen, weil er nicht gut lief. Er hatte die Tendenz, immer in eine Richtung zu laufen und fiel auch auf die rechte Seite. Zudem war sein rechtes Auge verklebt. Bevor er in den Winterschlaf ging, hatte er in der linken Gesichtshälfte eine Entzündung, die bereits behandelt wurde.
Wir haben ihn in Narkose untersucht und dabei eine Entzündung im rechten Ohr festgestellt. Außerdem haben wir eine Entzündung des linkes Auges festgestellt. Beides wird nun behandelt.
Schwellung
Dieser Igel fiel durch seine Schwellung am Kinn auf, die auch die rechte Gesichtshälfte betrifft. Neben seinem schlechten Allgemeinzustand und einer Austrocknung konnten wir starken Milbenbefall, hochgradigen Zahnstein und eine Zahnfleischentzündung feststellen. Wir haben den Igel zur Behandlung aufgenommen.
Zahn-OP
Dieser Igel hatte chronischen Nasenausfluss.Außerdem fielen uns seine persistierenden (dauerhaften) Milchzähne auf. Im CT wurde ein Zahnabszess festgestellt, weshalb wir einen auffälligen Backenzahn im Oberkiefer entfernten. Auch die persistierenden Milchzähne, welche die Stiftzähne (also die verlängerten Schneidezähne des Igels) waren, wurden in diesem Zuge entfernt.
Eine Woche später erfolgte die Kontrolle, bei der wir sehen konnten, dass alles gut verheilt.
Großflächiger Stachelausfall
Dieser Patient wurde von seinen Findern im November gefunden und in den geschützten Winterschlaf gebracht. Da sich der Winterschlafplatz draußen befand und den Findern auffiel, dass Mäuse in der Unterkunft aktiv waren, kontrollierten sie das Tier zur Sicherheit. Dabei entdeckten sie auf der Stirn Stachelausfall und eine kleine Wunde. Als sie ihn ins Warme holten, fielen immer mehr Stacheln aus. So fand er seinen Weg in unsere Igelstation.
Wir haben mittels Abklatsch einen leichten Milbenbefall feststellen können. Beim Abklatsch wird ein kleines Stück Klebestreifen auf die Haut des Igels gedrückt. Alles, was sich auf der Haut befindet, aber mit bloßem Auge schwer bis gar nicht zu erkennen ist, bleibt haften und kann dann unter dem Mikroskop betrachtet werden.
Schon bei seiner Aufnahe in unserer Igelstation waren die Ansätze neuer Stacheln zu sehen, aber auch unsere Behandlung gegen die Milben war erfolgreich und die Stacheln wuchsen schön nach. Da er sich bereits im Winterschlaf befand und der Frühling naht, muss er nicht mehr schlafen gehen und kann nach seiner Genesung hoffentlich bald wieder ausgewildert werden.
Gewebeveränderungen
Dieses Igelmännchen wurde am 1. Januar aufgefunden. Da sich sein gesundheitlicher Zustand trotz tierärztlicher Behandlung nicht besserte und der Igel nicht stabil Gewicht zunahm, wurde er in unserer Igelstation vorstellig. Wir nahmen ihn zur Behandlung auf. Sein Appetit war trotz einer Auswahl an Igelfutter mäßig. Die weichen Krallen wuchsen schnell und in alle Richtungen und mussten regelmäßig gekürzt werden. Unsere Tierärztin nahm Proben, die ins Labor geschickt wurden. Die Untersuchung einer Gewebeprobe an den Pfoten ergab, dass es sich um einen bakteriell bedingten entzündlichen Prozess handelt. Die Blutuntersuchung ergab erhöhte Entzündungs- und Leberwerte, doch leider sprach er auf keine antibiotische Behandlung an.
Da keine Besserung in Sicht war und er auf keine der Behandlungen ansprach, entschieden wir uns, ihn zu erlösen.
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