Unsere Fälle im Januar
Anfang des Jahres befinden sich viele Igel auch in unserem Igelzentrum im Winterschlaf. Jedoch werden auch immer wieder neue Patienten zu uns gebracht. Hier stellen wir einige Fälle aus dem Januar vor.

Igel mit Schnittverletzung auf dem Rücken
Dieser Igel mit einer Schnittverletzung am Rücken wurde von den Findern auf ihrer Wildtierkamera bemerkt. Im Wohnbereich der Finder wurden kürzlich Schnittmaßnahmen von der Stadt vorgenommen. Glücklicherweise konnten sie ihn einfangen und zu uns bringen.
Die Wunde war bereits älter und musste zunächst gründlich gereinigt werden. Sie wurde zum Teil genäht, um einen kleineren Narbenbereich zu erhalten. Nach der Versorgung bemerkten wir, dass ein Teil des Stachelkleids, der an die Wunde angrenzt, vom Igel nicht aufgestellt werden konnte. Wahrscheinlich sind hier die Nerven der Haut geschädigt, was seine Verteidigungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Wir werden dies im Verlauf seiner Genesung weiter beobachten.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Igel im Winterschlaf von einer Ratte angefressen wurde. Durch den Vorbericht der Schnittmaßnahmen gehen wir jedoch von einer Schnittverletzung aus.
Igelweibchen im Schnee
Dieses Igelweibchen wurde bei geschlossener Schneedecke gefunden. Sie war leider sehr schwach und stark abgemagert. Die Abmagerung sieht man am Hungerknick und den eingefallenen Flanken. Neben einer starken Unterkühlung konnten wir in der Untersuchung auch eine Austrocknung und Milben feststellen. Sie wurde vorsichtig aufgewärmt und wir haben versucht, sie zu stabilisieren. Leider ist sie in der Folgenacht verstorben.
Igel, die bei Dauerfrost und geschlossener Schneedecke draußen herumlaufen, sind in der Regel immer hilfsbedürftig. Wenn Sie einen solchen Igel finden, sichern Sie ihn bitte, stellen Sie ihn warm und melden Sie sich bei uns oder einer anderen Igelkundigen Stelle.
Igelweibchen mit Dermatitis
Dieses junge Igelweibchen wurde bei uns vorgestellt. Die Igelin war munter, jedoch dehydriert und abgemagert. Neben trockenen Hautschuppen auf dem Rücken stellten wir Nässe und Hautveränderungen am Bauch und Hinterteil fest. Die Haut war entzündet, es handelte sich also um eine Dermatitis. Oft hängt diese mit einer Blasenentzündung zusammen. Wir haben sie zur Behandlung aufgenommen und kurz, nachdem sie ihre Box bezogen hatte, konnten wir sie schon beim Fressen beobachten.
Schnell besserte sich ihr Zustand. Ihr Bauch ist trocken, sie frisst gut und hat zugenommen. Wenn sich weiterhin so toll entwickelt, darf sie in die geschützte Überwinterung.



Junges Igelmännchen
Dieses Jungtier wurde mit unter 200 Gramm Anfang Januar bei uns vorgestellt. In der Untersuchung stellten wir neben der Abmagerung auch eine Austrocknung, Atemgeräusche und Wurmbefall fest.
Leider hat es in den nächsten Tagen auf der Station nicht zugenommen und ließ sich nicht stabilisieren. Am dritten Tag ist das kleine Männchen verstorben.
Ein so leichter Igel im Januar ist ungewöhnlich und zeigt, dass ein Problem vorliegt. Wahrscheinlich hat sich dieses Jungtier aufgrund schlechter Startbedingungen, wie fehlender Versorgung der Mutter oder Krankheiten wie Parasitenbefall, schlecht entwickelt.
Igel mit verklebten Augen und Nasenausfluss
Dieses Igelweibchen wurde wegen verklebter Augen zu uns gebracht. Neben ihrem schlechten Ernährungszustand und Milbenfall litt sie unter Nasenausfluss. Ihr rechtes Auge war verklebt. In der weiteren Untersuchung in Narkose stellten wir fest, dass das rechte Auge nicht nur eingefallen und trüb war, sondern dass es eiterte und sie auf diesem Auge wahrscheinlich blind ist. In der Kotuntersuchung stellten wir einen massiven Befall von Innenparasiten, unter anderem Kokzidien, fest.
Nach einer Woche hat unsere Behandlung soweit angeschlagen, dass der Nasenausfluss bereits weg war. Außerdem zeigte das Igelweibchen eine deutliche Besserung des Zustandes. Jedoch musste die Augenentzündung noch weiter behandelt werden.
Um die Ursache für das Augenproblem herauszufinden, war sie in der Tierärztlichen Hochschule Hannover im CT. Auf den Bildern sind einzelne Aufnahmen aus der Computertomographie vom Kopf des Igels zu sehen. Man sieht keine Fraktur der Schädelknochen, die hätten ursächlich sein können, aber etwas vermehrt Sekret in der rechten Nasenhöhle.
Unsere Patientin war außerdem beim Röntgen. Auch hier konnten wir im Schädelbereich keine Ursache für die Augenverletzung finden. Jedoch fanden wir Spondylosen in ihrer Wirbelsäule. Das sind Verknöcherungen, die die einzelnen Wirbel miteinander verbinden. Sie können je nach Ausprägung schmerzhaft sein und Beschwerden auslösen und kommen bei älteren Igeln häufig vor.
Da das rechte Auge jedoch weiterhin Probleme machte, behandelten wir sie weiter, damit die Entzündung abklingt. Klar ist aber, dass der Igel auf diesem Auge nicht wieder sehen wird. Igel, die auf einer Seite blind sind, können sich in der Regel in der Natur noch zurechtfinden, weshalb sie bei Gesundung wieder ausgewildert werden können.
Inzwischen verheilt das Auge gut. Zudem haben wir im CT gesehen, dass sie lockere Zähne hat. Deshalb wurden ihr während einer Zahnsanierung zwei lockere Backenzähne entfernt. Abgesehen davon sind die Zähne in gutem Zustand und werden ihr weiterhin gute Dienste leisten.
Das waren einige Fälle aus unserer Arbeit im Januar. Um diese und viele weitere Igel behandeln zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Deshalb freuen wir uns über jede finanzielle Unterstützung.
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Jede Spende unterstützt uns dabei, Igeln in Not zu helfen.



















