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Verantwortung sieht anders aus: Igel vor dem Igelzentrum ausgesetzt

An einem winterlichen Montagmorgen stand zu Dienstbeginn ein Karton mit zwei kleinen Igeln darin vor der Eingangstür des Igelzentrums. Die beiden Igel waren komplett ausgekühlt. Sie wurden umgehend auf unsere Station gebracht und bekamen ein Wärmekissen und Futter.

Foto: © aktion tier Igelzentrum

Im Moment sieht es gut aus und wir gehen davon aus, dass die Tiere wieder gesund werden... Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Insbesondere bei den im Dezember vorherrschenden niedrigen Temperaturen war es unverantwortlich, die beiden Igel einfach vor unserer Tür abzustellen, als wir nicht da waren.

Wer einen Igel aus der Natur aufnimmt, ist auch für dessen Fürsorge verantwortlich! Die beiden Tiere hätten in dem Karton jämmerlich verenden können, außerdem waren sie anderen Wildtieren wie Füchsen einfach ausgeliefert. Wir werden daher Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Ist das Igelzentrum geschlossen, bekommt ihr hier Tipps, wie man mit einem gefundenen Tier umgehen kann.

 

Gerade noch einmal gut gegangen: Beide Igel haben überlebt. Foto: © aktion tier Igelzentrum

Das Aussetzen eines Tieres ist immer falsch, auch wenn es vor einer Auffangstation oder einem Tierheim geschieht!

Auf Facebook waren einige Menschen der Meinung, dass die Igel doch Glück gehabt hätten, weil man sie bei uns abgestellt habe. Doch das sehen wir anders. Wer ein Tier in Obhut nimmt, trägt dafür auch die Verantwortung. Und das bedeutet nicht, die Tiere in einem Karton mitten im Winter sich selbst zu überlassen, egal vor welcher Tür man sie abstellt. Vor dem geschlossenen Igelzentrum wären die Tiere beinahe gestorben - schon aufgrund der Kälte. Das zu erkennen, bedurfte bei den vorherrschenden winterlichen Temperaturen nicht einmal Fachkenntnisse. Die Finder haben es dennoch in Kauf genommen.

Andere Facebook Nutzer merkten an, dass Tierärzte schließlich schwer zu finden wären und viele Menschen die Behandlungskosten nicht übernehmen könnten. Das mag sein. Doch wenn wirklich kein Nottierarzt verfügbar gewesen wäre oder die Finder die Kosten nicht hätten tragen können, so hätten sie die Tiere wenigstens über Nacht in Sicherheit und bei angemessenen Temperaturen notversorgen können. Entsprechende Hinweise finden sich auf unserer und vielen anderen Internetseiten. Am nächsten Tag hätte man sicherlich eine Lösung gefunden.

Fazit: Ein Tier einfach auszusetzen oder hilflos irgendwo abzustellen, ist immer Bequemlichkeit und Ausreden gibt es dafür viele. Zum Nachteil der Tiere. Wir haben dafür kein Verständnis.