aktion tier Igelzentrum Laatzen

Ein Arbeitstag in der Tierpflege mit Igeln

Seit dem letzten Jahr arbeite ich als Tierpflegerin im aktion tier Igelzentrum Niedersachsen. Was für Aufgaben fallen bei der täglichen Arbeit mit Igeln an? Warum macht mir die Arbeit so viel Freude? Ich nehme Sie mit in meinen Alltag als Tierpflegerin.

Eine Frau mit grünem Shirt steht vor einer Igelbox und hält einen Igel in der Hand.
Ein Arbeitstag im Igelzentrum mit Tierpflegerin Jana Niessalla. Foto: aktion tier Igelzentrum Niedersachsen

Ein typischer Arbeitstag im aktion tier Igelzentrum in Laatzen beginnt für mich damit, dass ich zuerst alle neuen Igel anschaue, die am Vortag aufgenommen wurden. Ich überprüfe, wie es ihnen geht und ob sich ihr Zustand verändert hat.

Danach schalte ich die Waschmaschine und den Trockner an, denn es fällt täglich oft einiges an Wäsche an. Anschließend bereite ich Eimer mit Reiniger vor, die ich später zum Putzen brauche.

Dann kümmere ich mich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen um jeden Igel in der Station. Ich wiege den Igel, kontrolliere seinen Kot und schaue nach, ob er gefressen hat. Falls mir etwas auffällt, notiere ich es – zum Beispiel, wenn ein Igel mehr Futter bekommen sollte oder plötzlich auffälliges Verhalten wie beispielsweise Husten zeigt. Bei akuten Problemen gebe ich sofort unserer Tierärztin Karolin Schütte Bescheid, die dann entsprechende Maßnahmen ergreifen kann und beispielsweise Medikamente verordnet.

Anschließend räume ich die Gehegebox des Igels aus, entferne die verschmutzte Zeitung und die Näpfe vom Vortag und reinige die Box gründlich. Danach richte ich sie mit sauberer Zeitung neu ein und setze den Igel wieder zurück. Diese Schritte wiederhole ich bei jedem einzelnen Tier.

In unserer Igelstation werden bis zu 105 Igel gleichzeitig behandelt. Außerdem bieten wir 120 Igeln einen geschützten Überwinterungsplatz.

Die benutzten Igelnäpfe kommen anschließend in den Geschirrspüler. Während das viele Geschirr gereinigt wird, mische ich das Futter für die Igel an. Dieses besteht aus Katzen-Nassfutter in Pastetenform und speziellem Ameisenbär-Trockenfutter mit hohem Insektenanteil, das besonders für Igel geeignet ist, da beide Tiere Insektenfresser sind. Je nach Bedarf mische ich auch noch Mehlwürmer darunter.

Mit dem mit Futternäpfen und Wasserschälchen beladenen Wagen gehe ich nun von Box zu Box. Nun bekommt jeder Igel frisches Futter und Wasser. Falls nötig, füge ich dem Futter noch Ergänzungsmittel hinzu, wie zum Beispiel Biotin zur Unterstützung beim Nachwachsen neuer Stacheln. Zum Schluss kontrolliere ich jede Box noch einmal, um sicherzugehen, dass wirklich alle Tiere gut versorgt sind.

Am Ende meines Arbeitstages reinige und desinfiziere ich alle Oberflächen, wasche die Wiegeschalen ab, entsorge den Müll und fege und wische die Böden.

Die Tierpflegerin putzt und desinfiziert die Untersuchungsmatte im Untersuchungszimmer.
Reinigungsarbeiten und Hygiene sind bei der Arbeit mit kranken Tieren besonders wichtig. Foto: aktion tier Igelzentrum Niedersachsen

Was gefällt mir an meiner Arbeit?

Am meisten gefällt mir an der Arbeit, dass man sieht, wofür man sie tut. Man hilft sowohl kranken als auch verletzten oder schwachen Igeln und pflegt sie wieder gesund, sodass sie später wieder von ihrem Finder ausgewildert werden und ihr Leben in der Natur weiterleben können. Und auch die Finder freuen sich, wenn sie ihren Findling wieder gesund und munter mitnehmen und frei lassen können und nehmen dafür oft weite Fahrten auf sich. 

Dafür sind wir alle im Igelzentrum Niedersachsen immer wieder dankbar, denn so können viele Leben gerettet werden.

Jana Niessalla

Tierpflegerin